Welche Merkmale hat die Haubenmeise (Beschreibung)?

HaubenmeiseDie Haubenmeise oder auch Parus cristatus ist unverwechselbar und die bräunliche Oberseite und die kecke weiß-schwarz gesprenkelte Federhaube. Die Größe liegt bei etwa 12 Zentimetern und der Zugtyp ist ein Standvogel. Durch die Größe hat die Haubenmeise knapp Sperlingsgröße. Die Haube ist bei den Jungvögeln noch nicht ausgebildet und sie sind insgesamt etwas blasser. Gegenüber anderen Meisen ist die Haubenmeise durch den kecken Federschopf unverwechselbar. Die Oberseite ist graubraun und die Flanken sind cremefarben. Beide Geschlechter bei der Haubenmeise sehen gleich aus, doch die Weibchen sind etwas leichter als die Männchen. Auch wenn das äußere Erscheinungsbild auffällig ist, so können sich die Haubenmeisen dennoch gut in das Erscheinungsbild der Umgebung einfügen. Der Flug ist recht schnell und flatternd. Zwischen 17 und 20 Zentimetern liegt meist die Flügelspannweite der Haubenmeisen. Bei der Haubenmeise ist das Lautrepertoire verglichen mit weiteren Meisenarten recht gering. Ein unverkennbares kurzes gürr oder ein zi zi gürr sind die häufigsten Lautreihen. Diese Lautreihen werden bei Erregung auch trillernd gehört und sie werden in verschiedener Dauer und Länge wiederholt. Die Laute können zudem auch ratternd oder schnurrend klingen. Das Revier wird ganzjährig besetzt und in den frühen Morgenstunden durch langwierige Gesangduelle verteidigt. Durch Flügelzucken wird die Kampfbereitschaft angezeigt. Wenn die Haubenmeisen durch das Unterholz schlüpfen, dann legen sie die Haube an. Bei weiteren Gelegenheiten wird die Haube allerdings aufgestellt. Die Augen sind bräunlich-rot, die Wangen sind heller. Die Wangen sind von einem halbmondförmigen schwarzen Band umrandet und unter dem scharfen und dünnen Schnabel ist ein Kehlfleck in der gleichen Farbe. Am Hals hat die Meise ein weißes Gefieder und dieses wird von einem schmalen dunklen Halsband beendet. Die Schwanz- und Rückenfedern sind brauch, der Bauch ist hellgrau und an den Seiten ist die Meise etwas rostfarben. Das Gewicht der Haubenmeise liegt bei 10 bis 13 Gramm. Oft treten Haubenmeisen paarweise auf, sie sind meist wenig gesellig und kämpfen oft an Futterstellen um ihren Platz. Sehr ungern fressen die Haubenmeisen mit weiteren Vögeln an ihrer Seite.

Wie ernährt sich die Haubenmeise?

Die Haubenmeise oder auch Parus cristatus benötigt im Sommer tierische Nahrung wie Insekten und Spinnen, die in der Regel mit den Füßen festgehalten und dann mit dem Schnabel bearbeitet werden. Währen der Wintermonate ernährten sich die Haubenmeisen von Körnern und Erdnüssen am Futterhaus oder von Nadelbaumsamen. Gerade im Kronenberiech der Nadelbäume können diese Meisen ihre Nahrung finden. Die Nahrung setzt sich eben aus Spinnen und Insekten und im Winter und Herbst aus Samen zusammen.

Welche Verhaltensaktivitäten zeigt die Haubenmeise? Verhaltensaktivitäten der Haubenmeise

HaubenmeisenHaubenmeisen sind tagaktiv. Meist findet der Nahrungserwerb in den Bäumen hoch oben statt. In dem Frühjahr auch auf dem Boden, wo besonders Spinnen gejagt werden. Die Samen oder größeren Insekten werden mit den Füßen festgehalten und dann mit dem Schnabel durch hämmern bearbeitet. Die Haubenmeise legt schon im Sommer Nahrungsverstecke an. Diese Meise ist weniger gesellig und kleine Trupps bilden sich hier nur im Winter. Zu dieser kalten Jahreszeit kann sich auch mit weiteren Meisen vergesellschaftet sein. Die Reviere werden verteidigt und sie bestehen das gesamte Jahr. Selten ist sie an Futterstellen zu finden.

Wie alt werden Haubenmeisen?

Haubenmeisen oder auch Parus cristatus erreichen meist trotz der geringen Größe ein hohes Alter, was eventuell mit der lebenslangen Ortstreue verbunden sein könnte. Einige Haubenmeisen werden nicht selten sogar bis zu 9 Jahre alt.

Wo überwintern Haubenmeisen?

Die Haubenmeise oder auch Parus cristatus bevorzugt dichte Fichtenwälder und in das offene Gelände wagen sie sich nur selten. Liegen Laubwälder oder Obstgärten in ihrem Nadelwaldrevier, dann werden diese mit einer ängstlichen Hast durchflogen. In den Wintermonaten bleiben die Haubenmeisen an Ort und Stelle, denn sie sind gut an die Kälte angepasst und sie trotzen der Kälte in dichten Sträuchern.

Welche sind die Freunde und Feinde der Haubenmeise?

Wenn die Jungvögel selbständig sind, dann schließen sich diese mit Goldhähnchen oder anderen Meisenarten zu lockeren Verbänden zusammen. Die Haubenmeisen halten den Kontakt dann durch rollende, leise Laute. Führt eine Straße durch ihr Revier, werden die Vögel oftmals zu Verkehrsopfern. Können Jungvögel noch nicht so geschickt fliegen, dann erbeuten diese oftmals Eichelhäher. Zu den Feinden gehören auch Menschen, Eulen, Greifvögel, Katzen, Wiesel und Rabenvögel.

In welchen Regionen ist die Haubenmeise verbreitet?

Nur in Europa kommt die Haubenmeise vor und das Einzugsgebiet erstreckt sich hierbei von der Küste bis hin an die Baumgrenze. Sie fehlt lediglich zum Teil auf den Britischen Inseln, der Tundrazone und der nördlichen Taigazone. Diese Art konnte durch die Aufforstung der Nadelwälder stark profitieren. In manchen Gegenden musste sie durch die starken Waldschäden aber gleichzeitig auch Verluste erleiden. Bei der Art ist insgesamt allerdings eine Ausbreitung zu beobachten. Gern werden von dieser Art Bruthöhlen angenommen. Die Bestände werden durch kalte Winter weniger beeinflusst, als es bei weiteren Meisenarten der Fall ist. Die Haubenmeise ist ein Standvogel und somit sehr standorttreu. Bei den Haubenmeisen erstreckt sich das Einzugsgebiet somit ostwärts von der kontinentalen Nordsee- und Atlantikküste bis zu den Südural und den Unterlauf der Petschora. Verbreitet ist die Art in Nordeuropa, Südwest- und Südosteuropa und Mittel- und Osteuropa. Die Haubenmeise kommt nicht vor in Kleinasien, Südgriechenland und den Britischen Inseln. Gemieden wird die nördliche Tundra- und Taigazone. In Deutschland gibt es die Haubenmeise oftmals in Misch- und Nadelwäldern und dort ist sie weit verbreitet. In Parkanlagen und Gärten wird sie ebenfalls angetroffen, falls sich dort Nadelbäume befinden.

Wie pflanzt sich die Haubenmeise fort?

Fortpflanzung HaubenmeiseBei den Haubenmeisen handelt es sich um eine Dauerehe. Bereits nach der ersten Mauser findet die Paarbildung statt. Die Haubenmeise ist sehr Standorttreu und so hält sich ein revierbesitzendes Pärchen das gesamte Jahr in den Grenzen auf. In einer engen Baumhöhle wird meist das Nest gebaut. Angenommen werden allerdings auch künstliche Nisthilfen. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert. Die Jungen werden nach dem Ausfliegen noch für weitere 3 Wochen von ihren Eltern betreut. Bei den Eiern handelt es sich um fünf bis neun Stück, die milchweiß sind und rostrote Flecken haben. Nachdem es sich bei den Haubenmeisen um Höhlenbrüter handelt, werden auch Nistkästen, Fäulnishöhlen, Spechthöhlen und selbst gehackte Höhlen genutzt. Im Vergleich zu anderen Arten hat das Nest weniger Moos und die Eiablage findet ab Mitte März statt. Im Durchschnitt haben die Haubenmeisen sechs Eier, die Brutdauer liegt bei 15 bis 17 Tagen und die Nestlingsdauer liegt bei 21 bis 23 Tagen. In der Regel haben diese Meisen eine, selten auch zwei Jahresbruten. Oft besteht das Nest aus Federn, Tierhaaren, Gräsern, Moos oder Flechten. Die Haubenmeise wünscht generell eine gesunde Mischung aus jungen und alten Bäumen in dem Wald. Sie fühlen sich am Waldrand und auf kleinen Lichtungen sehr wohl. Abgestorbene Bäume werden benötigt, damit darin gebrütet wird. Es handelt sich um richtige Höhlenbrüter und oft wird die Behausung selbst gezimmert. Paarung und Brut findet meist von April bis Juni statt. Wurde ein guter Platz gefunden, dann hämmert das Weibchen mit dem Schnabel selbst in das weiche Holz. Bei der fertigen Bruthöhle werden dann Spinnweben, Tierhaare und Moos zur Auspolsterung genutzt. Das Weibchen brütet das Gelege alleine und die Männchen füttern die Weibchen.

Welche Meisen sehen der Haubenmeise ähnlich?

Die Haubenmeise unterscheidet sich von weiteren Meisenarten besonders durch den spitzen Federbusch. Genau dieser Federbusch hat der Meise auch zu ihrem Namen verholfen. Der Vogelname kann je nach den Ausdrücken variieren, welche für den Kopfschmuck gebräuchlich sind. In der Literatur gibt es somit Bezeichnungen wie Kobel-Meisse, Heubelmaiß oder Schopfmeise. Bei der Haubenmeise gibt es anders als bei weiteren Meisenarten keinerlei Verwechslungsgefahr. Unter allen Meisen ist sie durch die markante Haube einzigartig. Bezüglich dem Aussehen und der Größe ähnelt die Haubenmeise am meisten der Sumpfmeise und der Tannenmeise. Durch die hübsche Haube auf dem Kopf unterscheidet sich die Haubenmeise allerdings. Weltweit gibt es einige Meisenarten mit einer Kopfhaube, doch in Europa ist die Haubenmeise die einzige mit dem Merkmal.

Ist die Haubenmeise vom Aussterben bedroht?

Gegenwärtig gibt es keine akute Gefährdung. Es sind allerdings einige Fichtenbestände abgeholzt worden, was sich eventuell auf die Siedlungsdichte auswirken kann. In Bayern sind die Haubenmeisen nicht gefährdet, doch wo Nadelwälder durch Waldsterben verschwinden, gehen natürlich auch die Bestände zurück. Wer einen großen Nadelbaum im Garten hat, kann der Haubenmeise etwas Gutes tun. In den Gebirgswäldern erreicht die Meise ihre größte Dichte. Die Bestände werden von kalten Wintern weniger beeinflusst, als dies bei weiteren Meisenarten der Fall ist. Haubenmeisen konnten von der Aufforstung der Nadelwälder stark profitieren, doch durch Waldschäden in weiteren Gegenden wurden sie wieder seltener. Insgesamt kann allerdings eine Ausbreitung beobachtet werden und die weitere Ausbreitung wird durch die anhaltende Aufforstung mit Kiefern und Fichten gefördert. Viele Fichtenwälder wachsen zudem auch zu Altholzbeständen heran und diese bevorzugen die Haubenmeisen.

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